Miis Wallis – Interview mit Raban Brunner

23.09.2025

Raban Brunner
Raban Brunner

Was bedeutet das Wallis für dich persönlich?

Da ich über 90% des Jahres nicht im Wallis verbringe und oft an Orten bin, die gegensätzlicher zum Wallis nicht sein könnten, bedeutet das Wallis für mich nicht nur Heimat, sondern auch alles Essentielle, was ich während meiner Zeit im Ausland vermisse: Familie, Freunde, Ruhe und das Gefühl, dass die Uhren etwas langsamer ticken.

Welche Orte im Wallis haben einen besonderen Platz in deinem Herzen?

Die Biffigen oberhalb von Eischoll sind ein magischer Ort. Einige meiner schönsten Kindheitserinnerungen sind mit diesem Ort verbunden. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich letzten Sommer dort auch die Liebe meines Lebens, Naomi, geheiratet habe.

Gibt es eine bestimmte Tradition, ein Gericht oder eine Aktivität aus dem Wallis, die du besonders schätzt?

Mamas «Härpfelstock» mit extra viel Muskat übertrifft alles – die New England Clam Chowder und auch die Linzer Torte können da bei Weitem nicht mithalten.

Welche Erinnerungen verbindest du mit unserer wunderschönen Berglandschaft?

Als letzten Sommer einige meiner amerikanischen Kollegen uns im Wallis besuchten, war ihre erste Reaktion: «And you want to live in New York? You are stupid!» Das brachte mich dazu, unsere wunderschöne Landschaft mit anderen Augen zu betrachten. Wie verwöhnt war ich, in Eischoll die perfekt präparierte Skipiste direkt vor der Haustür zu haben! Von meinem Zimmer aus sah ich direkt auf das wunderschöne Bietschhorn (und ja, von den Schattenbergen aus ist es am schönsten). Da kann das Rockefeller Center wirklich einpacken…

 

Raban Brunner, 27, aus Eischoll studierte nach dem Kollegium in Brig am Berklee College of Music Komposition und musikalische Leitung für Musical. Ausserdem hat er einen Masterabschluss in Orchesterdirigat vom Boston Conservatory. 

In Boston und New York fungierte er in zahlreichen Musicalproduktionen als Musikalischer Leiter, Arrangeur, Orchestrator und Keyboardspieler. 2022 erhielt er von der Boston University den Preis für die beste musikalische Leitung einer Musicalproduktion.

Er leitete mehrere Musicalproduktionen in der Schweiz, darunter das selbst geschriebene Musical Umbra, welches 2019 im Visper LaPoste uraufgeführt wurde. Ausserdem hatte er verschiedene Positionen bei den Thunerseespielen inne. 

Heute wohnt und arbeitet Raban Brunner in Linz, wo er Dirigent des Musicalensembles ist.

Das Interview führte Melanie Truffer, Kenzelmann Immobilien